Untersuchung und Therapiemöglichkeiten

Die Untersuchung
Die Untersuchung beim Frauenärztin/Arzt (Gynäkologen) ist ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge für Frauen.
In der speziellen Beckenbodensprechstunde wird sich ausschließlich um die Muskulatur, die Lage der Beckenorgane und deren Funkion im Alltag gekümmert.
Anamnese
Zu Beginn sprechen wir zunächst über Deine Beschwerden, aber auch über:
- Menstruationszyklus (Dauer, Regelmäßigkeit)
- Schwangerschaften, Geburten und etwaige Probleme
- Verhütung
- Sexuelle Gesundheit
- Familiäre Vorbelastungen
Denn all das hat Auswirkungen auf Deinen Beckenboden.
Untersuchung
Die körperliche Untersuchung kann je nach Untersuchungskontext variieren, aber normalerweise umfasst sie:
- vaginales Tasten: Dabei überprüfe ich, wie die Verhältnisse in Deinem Becken sind, zB ob eine Senkung vorliegt und wie gut Du Deinen Beckenbodenmuskel ansteuern kannst
- Ultraschalluntersuchung: Ein Ultraschall ist nicht immer nötig, kann mir jedoch als Ärztin helfen, die Beckenbodenorgane besser zu beurteilen und macht Dir direkt im Bild sichtbar, wie gut sich Dein Beckenboden anspannt.
Achtung!
Diese Untersuchung ist KEINE Krebsfrüherkennung und ersetzt NICHT die regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen bei Deiner Frauenärztin/Arzt.
Therapiemöglichkeiten
Die Therapie einer Beckenbodenschwäche hängt von der Schwere der Symptome und den Ursachen ab. Sie wird immer multimodal behandelt, das heißt, es kommen immer verschiedene Therapieansätze in Kombination zum Einsatz:
1. Beckenbodentraining (Physiotherapie)
Das gezielte Beckenbodentraining ist eine der effektivsten Methoden, um die Muskulatur des Beckenbodens und des ganzen Rumpfes zu stärken. Dies kann entweder durch physiotherapeutische Übungen oder durch Selbstübungen zu Hause geschehen.
2. Elektrostimulation
Die Elektrostimulation ist eine Methode, bei der elektrische Impulse an die Beckenbodenmuskeln abgegeben werden, um sie zu stimulieren und zu stärken, ähnlich einem Tens-Gerät. Diese Therapie wird häufig bei Patienten mit stark geschwächter Muskulatur eingesetzt, oder aber bei den 30% der Menschen, die ihren Beckenboden gar nicht ansteuern können.
3. Pessare
Ein Pessar ist ein medizinisches Hilfsmittel, das in die Vagina eingeführt wird, um die Beckenorgane zu stützen. Es wird vor allem bei einer Beckenbodensenkung (z. B. bei einer Gebärmuttersenkung oder Blasensenkung) eingesetzt, um die Organe in ihrer natürlichen Position zu halten und Beschwerden zu lindern. Es gibt verschiedene Arten von Pessaren, und die Auswahl erfolgt individuell.

und hier noch zur Vervollständigung:
4. Operation
In schweren Fällen von Beckenbodenschwäche oder bei Patienten, die auf konservative Therapien nicht ausreichend ansprechen, kann eine operative Behandlung notwendig sein. Zu den chirurgischen Optionen gehören:
5. Medikamentöse Behandlung
In einigen Fällen können Medikamente eingesetzt werden, um Symptome wie Harninkontinenz zu lindern:
6. Verhaltens- und Lebensstiländerungen
Einige Änderungen im Lebensstil können helfen, die Beckenbodenmuskulatur zu entlasten und die Symptome zu verbessern:
- Gewichtsreduktion: Übergewicht kann zusätzlichen Druck auf den Beckenboden ausüben. Eine Gewichtsreduktion kann die Beschwerden lindern.
- Vermeidung von schwerem Heben: Vermeiden Sie schwere körperliche Belastungen, die den Beckenboden unnötig belasten.
- Verstopfung vermeiden: Eine ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeit können helfen, Verstopfung zu vermeiden, die den Beckenboden zusätzlich belastet.
- Vermeidung von Rauchen: Rauchen kann zu Husten führen, was den Druck auf den Beckenboden erhöht. Das Aufhören mit dem Rauchen kann helfen, die Beschwerden zu reduzieren.
7. Psychologische Unterstützung
Für manche Frauen ist eine Beckenbodenschwäche auch mit psychischen Belastungen verbunden, wie Ängsten oder Schamgefühlen. In diesen Fällen kann eine psychologische Unterstützung oder Beratung hilfreich sein, um mit den Auswirkungen der Beckenbodenschwäche besser umzugehen.


Kosten
Die ausführliche Beratung, Untersuchung und Besprechen von Therapiemöglichkeiten wird in diesem Umfang nicht von den Krankenkassen abgebildet.
Meine Rechnungskosten berechnen sich aus dem ärztlichen GOÄ-Leistungsziffernkatalog.
Beispielhafte Kostenaufstellungen:
- ausführliche Beratung: ca 60Euro
- Beratung, ausführliche Beckenbodenuntersuchung: ca 110Euro
- Beratung, Beckenbodenuntersuchung und Pessaranpassung ca 120 Euro
- Beratung, Beckenbodensprechstunde, Sonographie & Pessaranpassung: ca 150 Euro