Was ist, wenn der Beckenboden nicht mehr richtig mitmacht …

Eine Beckenbodenschwäche kann sich auf verschiedene Weisen bemerkbar machen. Sie ist oft mit Scham oder Unsicherheit verbunden. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass du nicht allein bist und es keinerlei Grund zur Verlegenheit gibt. Eine ärztliche Beratung bietet dir die Möglichkeit, deine Symptome in einem sicheren und vertrauensvollen Rahmen zu besprechen.

Deine Gesundheit und dein Wohlbefinden sind es wert, sich um diese Beschwerden zu kümmern – und der erste Schritt ist der Mut, Hilfe zu suchen.

Die Inkontinenz

Harninkontinenz bezeichnet der ungewollte Abgang von Urin und ist ein häufiges Problem, das sowohl ältere Frauen aber auch jüngere Frauen betreffen kann. Es gibt verschiedene Arten von Harninkontinenz, die sich in ihren Ursachen und Symptomen unterscheiden:

  1. Belastungsinkontinenz: Dies ist die häufigste Form der Inkontinenz, insbesondere bei Frauen nach der Geburt oder in der Menopause. Sie tritt auf, wenn der Druck im Bauchraum (z. B. beim Husten, Niesen oder Lachen) den Blasenschließmuskel überfordert und Urin unwillkürlich entweicht.
  2. Dranginkontinenz: Diese Form ist durch plötzlichen, starken Harndrang gekennzeichnet, dem die betroffene Person oft nicht rechtzeitig nachkommen kann. Sie entsteht durch eine überaktive Blase, bei der die Muskeln der Blase sich zu schnell zusammenziehen.
  3. Mischinkontinenz: Das sind die meisten Inkontinenzformen. Hier treten sowohl Symptome der Belastungs- als auch der Dranginkontinenz auf. Betroffene haben sowohl Schwierigkeiten, Urin bei Druck zu halten, als auch unerwarteten Drang, der zu unfreiwilligem Urinabgang führt.
  4. Überlaufinkontinenz: Bei dieser Form bleibt die Blase immer voll, und es kommt zu unwillkürlichem Urinverlust, weil die Blase den Urin nicht vollständig entleeren kann. Sie tritt häufig bei einer Senkung auf.
  5. Funktionelle Inkontinenz: Hierbei handelt es sich um eine unwillkürliche Urinabgabe aufgrund von körperlichen oder kognitiven Einschränkungen, wie etwa bei fortgeschrittenem Alter, Krankheiten oder Demenz. Die betroffene Person ist nicht in der Lage, rechtzeitig die Toilette zu erreichen.

Jede Form der Inkontinenz erfordert eine spezifische Diagnose und Behandlung, die von Verhaltensänderungen und physiotherapeutischen Maßnahmen bis hin zu medikamentöser Therapie oder chirurgischen Eingriffen reichen kann.

Druck und Schmerzen

Beckenbodenschwäche ist eine häufige Erkrankung, bei der die Muskeln und Bindegewebe des Beckenbodens ihre Stärke und Elastizität verlieren. Dies kann zu einer Reihe von Beschwerden führen, wie etwa Senkung der Blase, Gebärmutter oder des Darms und damit verbunden Harninkontinenz, Schmerzen im unteren Rücken oder sexuelle Funktionsstörungen.

Eine Schwächung der Beckenbodenmuskulatur kann durch Schwangerschaft, Geburt, Übergewicht, häufiges Heben schwerer Lasten, Alterung oder chronischen Husten entstehen.

Eine Blasensenkung (Zystozele) wölbt sich die Blase in die Scheide. Dies entsteht, wenn die Stützgewebe des Beckenbodens, die die Blase an ihrem Platz halten, erschlaffen. Symptome einer Blasensenkung umfassen häufiges oder erschwertes Wasserlassen, das Gefühl, dass die Blase nicht vollständig entleert wird, sowie das Gefühl eines Drucks im Beckenbereich.

Bei einer Gebärmuttersenkung (Deszensus bis hin zum Prolaps) senkt sich die Gebärmutter in die Vagina ab. Dies passiert, wenn die Bänder und Muskeln, die die Gebärmutter stützen, ihre Funktion verlieren. Typische Symptome einer Gebärmuttersenkung sind ein Druckgefühl im Becken, Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs, sowie das Gefühl, dass etwas aus der Vagina herausragt.

Beide Erkrankungen sind häufig bei Frauen nach mehreren Schwangerschaften, mit zunehmendem Alter oder bei bestimmten Vorerkrankungen. Die Behandlung kann konservative Maßnahmen wie Beckenbodengymnastik, Physiotherapie oder das Tragen eines Pessars umfassen, in schwereren Fällen sind chirurgische Eingriffe nötig.